Grundwasserüberwachungsprogramm. Grundwasserfauna in Baden-Württemberg

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Grundwasserüberwachungsprogramm. Grundwasserfauna in Baden-Württemberg

 
Titelblatt
Untertitel:Erhebung und Beschreibung der Grundwasserfauna in Baden-Württemberg.
Seitenanzahl:70 Seiten
Ort:Karlsruhe
Jahr:2006
Reihe:Grundwasserschutz
Bandnummer:32
 
Beschreibung:
Grundwasser wird nicht nur zur Versorgung der menschlichen Bevölkerung mit Trink- und Brauchwasser genutzt, sondern stellt mit seinen wassererfüllten Lücken in Kies, Sand und Festgestein wohl den größten und ältesten kontinentalen Lebensraum dar. Hier siedeln neben Bakterien über 2.000 bisher in Europa bekannte Tierarten. Manche Grundwassertiere sind schon mit dem bloßen Auge zu erkennen, andere sind nur unter dem Mikroskop zu identifizieren. Meist sind sie pigmentlos, durchscheinend oder weiß und blind, da sie im Untergrund ohne Licht leben. Sie kriechen oder schwimmen durch die Hohlräume des Grundwassers und weiden die Bakterienfilme auf den Sedimentpartikeln ab. Damit halten die Tiere das unterirdische Lückensystem offen und tragen zur Selbstreinigungskraft des Grundwassers bei. Über die Verbreitung und Lebensweise dieser Organismen ist aber nur sehr wenig bekannt, Ökologen sprechen auch vom „vergessenen Biotop“.

Zusammen mit der Universität Koblenz-Landau hat die LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg eine landesweite Untersuchung durchgeführt. Die Landauer Arbeitsgruppe Grundwasserökologie beprobte mit kleinen Spezialnetzen und neu entwickelter Sammeltechnik 300 von der LUBW ausgewählte Grundwasserbeobachtungsrohre. Rekordverdächtig war die Beprobung eines 200 m tiefen Beobachtungsrohres auf der Schwäbischen Alb, wo trotz der großen Tiefe noch viele Tiere zu finden waren.

Die Grundwasserfauna Baden-Württembergs ist mit 106 gefundenen Tierarten sehr artenreich. Das Spektrum der gefundenen Tiere reicht von unter einem Millimeter kleinen Ruderfußkrebsen, Urringelwürmern, Grundwasserasseln und Schnecken bis zu einigen Millimetern großen Höhlenflohkrebsen, Hüpferlingen und Brunnenkrebsen. Eine bestimmte Brunnenkrebsart wurde erstmals nördlich der Alpen gefunden. Brunnenkrebse sind „lebende Fossilien“, deren ehemals auf der Erdoberfläche lebenden Vorfahren bereits vor 300 Millionen Jahren ausgestorben sind. Nur im Grundwasser konnten diese Tiere so manche Klimaveränderung auf der Erdoberfläche bis heute überleben. Die Verbreitung mancher dieser Tiere gibt Hinweise auf uralte Flusssysteme, die heute ganz anders aussehen wie z.B. das alte Donaueinzugsgebiet. Erste statistische Auswertungen zeigen keine Zusammenhänge zwischen Tierbesiedlung und bestimmten Grundwasserbelastungen.


Online-Publikation:

Bestellnr.: P4-031 GÜ
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Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz :