Freizeitlärm

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Freizeitlärm

 
Junge mit Trillerpfeife, Bildquelle: ÖkonsultAuch Ohren brauchen Urlaub
Manche Zeitgenossen dröhnen sich gerne mit lauter Musik zu. Doch ohrenbetäubenden Lärm nimmt unser Hörorgan auf Dauer übel. Und wer will schon mit 35 nichts mehr verstehen? Lautstärke empfinden wir unterschiedlich. Umweltschützer stört ein hochgetuntes Rennauto vermutlich mehr als Ferrarifans. Presslufthämmer nerven uns mehr als laute Rockmusik. Doch das Ohr pfeift auf solche feinen Unterschiede. Laute Geräusche bedeuten fürs Ohr immer (!) Schwerarbeit. Wenn die eigentlichen Hörorgane im Ohr, die Haarzellen, dauerbeschallt werden, machen sie schlapp. Schwerhörigkeit beginnt. Bereits knapp ein Drittel aller 20-Jährigen leidet unter einem deutlichen Hörverlust. Die Ursachen liegen im Dauerkonsum von Walkman und Co. sowie im Diskofieber. In einer Disko werden durchaus Mittelungsschallpegel von 100 bis zu 105 dB(A) erreicht, beim Rockkonzert sogar noch mehr. Im Vergleich dazu ist ein Rasenmäher ein Leisetreter.

Mach dein Gehör nicht zur Schnecke
Ein weiterer Ohrkiller in der Freizeit sind Knalleffekte. Knallen macht Spaß – aber wem haben nach dem Feuerwerk nicht schon einmal die Ohren geklingelt? Gefährliche Impulslärmquellen sind Pistolenschüsse und Silvesterknaller. Impulsschall ist heimtückischer als Dauerschall, da wir solche kurzen Lärmereignisse entweder gar nicht beachten oder sogar positiv bewerten. Schießlärm kann Spitzenpegel von mehr als 170 dB am Ohr des Schützen erreichen. Schon ein einziger Schuss, Knall oder eine Explosion mit einem Schallpegel von 140 dB schädigt das Innenohr. Dabei muss dieses Knalltrauma nicht sofort auftreten. Meistens hören wir erst ein, zwei Stunden später so, als seien unsere Ohren in Watte verpackt. Dieses taube Gefühl geht zwar zurück, aber es bleibt ein Hörverlust.

Wie bitte?
  • Disko, Rockkonzerte und Motorsport-Veranstaltungen erreichen unsere Schmerzgrenze. Deshalb nur in Maßen genießen und zum kurzfristigen Abschalten Ohrenstöpsel mitnehmen. Außerdem: Abstand zum Lautsprecher halten!
  • Der Schallpegel von Walkman und Discman ist häufig so hoch wie beim Presslufthammer. Deshalb: Geht es nicht ein bisschen leiser?
  • Beim Häckseln, Motorsägen und ähnlich lauten Hobbys sollten Sie einen Gehörschutz tragen. Das Gleiche gilt für Sportschützen und Jäger.
  • Achten Sie beim Kauf des Silvesterfeuerwerks stärker auf die optischen Reize als auf die Knalleffekte. Es geht auch mit weniger Böllern.
  • Kinder sollten laute Objekte vom Ohr fern halten. Kritisch sind: Zündplättchen-Pistolen, Trillerpfeifen und sogar manche Quietsch-Tiere.
Ausführliche Hinweise zur immissionsschutzrechtlichen Beurteilung von Freizeitlärm und von Bolzplätzen finden sich in diesem Schreiben des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg vom 03.09.2015.



Bildquelle: Ökonsult
 

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