Nachbarschaftslärm

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Nachbarschaftslärm

 
Rasenmäher, Quelle: Wolf-Gartengeräte GmbH und Co. KGAuf ruhige Nachbarschaft
Hundegebell, Klavierüben oder überlaute Fernseher - es gibt viele Methoden, seine Nachbarn akustisch zu foltern. Doch wer taub ist für die Klagen seiner Nachbarn, den kann das Gesetz zur Ordnung rufen. Für Feste von Nachbarn und Alltagsbelästigungen im Mietshaus gelten die Regelungen des zivilen Nachbarschaftsrechts. Danach kann der Lärmgeplagte auf der Grundlage des § 1004 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) eine Unterlassung der jeweiligen Belästigung verlangen, wenn diese ihn „wesentlich beeinträchtigt“ (§ 906 BGB oder § 823 BGB). Wann das der Fall ist, muss das Gericht entscheiden. Die Zivilkammer des Amtsgerichts regelt Ansprüche auf Unterlassung oder Beseitigung von Lärmeinwirkungen.

Die erste Adresse ist immer der Verursacher
Doch zunächst empfiehlt es sich, mit dem Störer ruhig (!) zu reden. Er muss den Lärm stoppen und kann nicht erwarten, dass sein Nachbar sich selbst schützt; zum Beispiel im Hochsommer die Fenster geschlossen hält. In akuten Notfällen wie bei rauschenden Festen greift die Polizei ein. Generell ist bei uns nach 22 Uhr Schluss mit lauten Festen und Veranstaltungen.

Auch tagsüber ist Rücksichtnahme geboten: So sollten Fernseher und Stereoanlage auf Zimmerlautstärke laufen. Beim Musizieren ist allerdings Toleranz gefragt. Denn die meisten Gerichte halten tagsüber zwei- bis vierstündiges Üben für vertretbar, egal ob Profis oder Laien am Werk sind.

Mietverträge und Hausordnungen betonen häufig, dass in der Zeit von 13 bis 15 Uhr Mittagsruhe einzuhalten ist. Mieter müssen ihr Recht übrigens nicht selbst einklagen, sondern können sich an ihren Vermieter wenden. Der muss sich im Rahmen seiner allgemeinen Schutzpflicht darum kümmern (§ 536 BGB).

Laubsauger und andere Lärmmaschinen
Für die Ruhe im Freien sorgt eine neue Vorschrift: Nach der Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung (32. BImSchV) dürfen die meisten technischen Helfer von Montag bis Samstag nur in der Zeit von 7 Uhr bis 20 Uhr laufen. Vom Bohrgerät über den Rasenmäher und die Heckenschere bis hin zum Schredder fallen insgesamt 63 Geräte unter diese Verordnung. Noch mehr Ruhezeiten haben höllisch laute Gartenhelfer: Freischneider, Grastrimmer und Graskantenschneider, Laubbläser und Laubsammler dürfen nur an Werktagen zwischen 9 Uhr bis 13 Uhr und von 15 Uhr bis 17 Uhr arbeiten.

Hinweise des Ministeriums für Verkehr und Infrastruktur zu Lärm von Geräten und Maschinen

Wie bitte?
  • Kündigen Sie eine Feier bei den Nachbarn an und bitten Sie um Verständnis. Am besten die Nachbarn einladen!
  • Lässt der lärmende Nachbar überhaupt nicht mit sich reden, können Sie im akuten Notfall die Polizei rufen. Passieren solche Ruhestörungen immer wieder, können Sie auch das Ordnungsamt der Gemeinde oder Stadt (Ortspolizeibehörde) einschalten.
  • Bevorzugen Sie beim Kauf leise Maschinen. Bei vielen Geräten stehen die Geräuschemissionen in der Bedienungsanleitung.
  • Literaturtipp: Umweltbundesamt (Herausgeber), Was Sie schon immer über Lärmschutz wissen wollten. Zu bestellen beim UBA, Zentraler Antwortdienst, Postfach 33 00 22, 14191 Berlin, Fax: 030-8903-2912.
Lwa-Zeichen

Quelle: Büro Spiess

Mit der Angabe des garantierten Schallleistungspegels können die Verbraucher die Lautstärke verschiedener Geräte miteinander vergleichen.
Link:   Gesetzestext der 32.BImSchV


Bild: Rasenmäher, Quelle: Wolf-Gartengeräte GmbH und Co. KG
 

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