Eisenbahnlärm

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Eisenbahnlärm

 
Ruhe rund um die Schiene
Nach einer Prognose des Bundesverkehrswegeplanes 2003 wird der Schienenpersonenverkehr von 1997 bis zum Jahre 2015 um 32 Prozent zunehmen, der Schienengüterverkehr sogar um 103 Prozent wachsen. Mit diesem Anstieg werden auch die Geräusche zunehmen. Um den Lärm zu vermindern, sind aktive und passive Maßnahmen denkbar. Aktiv nennt man Maßnahmen direkt an den Verkehrswegen, zum Beispiel Schallschutzwände und wälle. Passive Maßnahmen sind schalltechnische Verbesserungen an Gebäuden wie der Einbau von Schallschutzfenstern und -türen oder die Dämmung von Außenwänden und Dächern. Beim passiven Lärmschutz bleibt es jedoch rund ums Haus laut. Deshalb sind Lärmschutzwände effektiver, auch wenn sie den Blick auf die Landschaft versperren.

Das Lärmsanierungsprogramm läuft und läuft
Die Anwohner von Neubaustrecken oder wesentlich geänderten Strecken haben einen Rechtsanspruch auf Schallschutz. Dagegen mussten sich die Anwohner an vorhandenen Strecken mit dem Lärm abfinden. Daher hat die Bundesregierung 1998 beschlossen, ab 1999 jährlich 51 Millionen Euro in die Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen zu investieren.

Außer aktiven und passiven Schallschutzmaßnahmen können bei der Lärmsanierung auch Maßnahmen zur „Entdröhnung“ alter Stahlbrücken oder gegen das in engen Gleisbögen auftretende Kurvenquietschen finanziert werden. Diese Lärmschutzmaßnahmen können durchgeführt werden, wenn der Sanierungsgrenzwert von 70 dB (A) am Tag bzw. 60 dB (A) in der Nacht an den zu schützenden Gebäuden in reinen und allgemeinen Wohngebieten überschritten wird. Für Kern-, Dorf- und Mischgebiete beträgt der Sanierungsgrenzwert 72 dB (A) am Tage und 62 dB (A) in der Nacht.

Die Prioritätenliste – Auswahl der Standorte
Weil es bundesweit eine Vielzahl von Ortslagen gibt, die saniert werden müssten, hat die DB zunächst eine Dringlichkeitsliste erstellt. Oben auf der Liste stehen Orte mit einem hohen Lärmpegel und einer großen Anzahl von Betroffenen. Nur Ortslagen, die auf dieser Dringlichkeitsliste stehen, werden saniert. Diese Liste schreibt das Bundesverkehrsministerium (BMVBW) auf Vorschlag der Bahn fort. In Baden-Württemberg sind zahlreiche Ortslagen genannt.

Bis Ende 2003 waren in Baden-Württemberg zehn Maßnahmen abgeschlossen. Mit dem Bau der nächsten zehn Abschnitte wurde bereits begonnen oder der Baubeginn erfolgt dieses Jahr. Das Programm läuft voraussichtlich acht bis zehn Jahre. Es bleibt noch viel zu tun. Weitere Informationen beim Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS): Lärmschutz, Lärmvorsorge und Lärmsanierung

 
Schallschutzwand

Schallschutzwand in Emmendingen im Rahmen der Lärmsanierung. Quelle: DB ProjektBau GmbH
 

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