Natura 2000 - Kurzübersicht

zum Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft   zum Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz   zum Ministerium für Verkehr und Infrastruktur   Autorenumgebung laden ...

Natura 2000 - Kurzübersicht

 
      FFH-Gebiet Gletscherkessel Präg (M. Witschel)
      Vogelschutzgebiet Eriskircher Ried (LUBW)
Die EG-Vogelschutzrichtlinie sichert die Erhaltung aller wildlebenden Vogelarten der Mitgliedstaaten. Die FFH-Richtlinie schreibt ergänzend den Schutz von europaweit gefährdeten, natürlichen und naturnahen Lebensräumen sowie von Vorkommen gefährdeter Tier- und Pflanzenarten vor.

Für das Natura 2000-Netz hat eine systematische, an den Bedürfnissen der Natur ausgerichtete Gebietsauswahl stattgefunden. Die Meldung der Gebiete erfolgte nach fachlichen Gesichtspunkten, politische oder wirtschaftliche Interessen durften bei der Gebietsauswahl nicht berücksichtigt werden. Um die gesamte Bandbreite der biologischen Vielfalt zu berücksichtigen, wurde das Gebiet der EU für die Flächenauswahl und die Bewertung der Vorkommen von Arten und Lebensräumen in neun sogenannte biogeografische Regionen unterteilt: atlantische, kontinentale, alpine, mediterrane, boreale, makaronesische, pannonische, Steppen- und die Schwarzmeerregion. Deutschland deckt dabei große Bereiche der atlantischen und kontinentalen sowie einen schmalen Saum der alpinen Region ab. Baden-Württemberg liegt vollständig in der kontinentalen Region.

Deutschland hat insgesamt etwa 8 Mio. ha als FFH- und Vogelschutzgebiete an die EU gemeldet (EU-Barometer, Stand: 2013). Das entspricht ca. 15,4 % der terrestrischen Fläche und 45 % der marinen Fläche Deutschlands (BfN, Stand: 2013).

In Baden-Württemberg wurde die Zusammenfassung einiger der ursprünglich an die EU-gemeldeten FFH-Gebiete unter einem neuen FFH-Gebietsnamen und neuer FFH-Gebietsnummer beschlossen. Somit kommt es zu einer Verringerung der Anzahl der ursprünglichen 260 auf 212 FFH-Gebiete, die Gesamt-FFH-Gebietsfläche ändert sich jedoch nicht. Unter dem besonderen Schutz des Natura 2000-Schutzgebietsystems stehen in Baden-Württemberg damit 302 Gebiete mit einer Gesamtfläche von über 630.000 ha. Die Überlagerungen der FFH-Gebiete und Vogelschutzgebiete wurden dabei herausgerechnet.


Natura 2000-Gebiete in Baden-Württemberg

  FFH-Gebiete4  Vogelschutzgebiete Natura 2000-Gebiete4
 Anzahl der Gebiete  212 90 302
 Terr. Fläche [ha]  415.986 391.090 621.701
 Terr. Meldeanteil [%]1 11,6 10,9 17,4
 Bodenseefläche [ha]2 12.039 5.954 12.200
 Gesamt Meldefläche [ha]3 428.025 397.044 633.901
1 bezogen auf die Landesfläche Baden-Württembergs von 3.575.025 ha (Stat. Bundesamt) exklusive Bodensee
2 Der Bodensee ist Internationales Gewässer, seine Wasserfläche gehört daher statistisch nicht zum Land Baden-Württemberg
3 Überlagerung Vogelschutzgebiete mit FFH-Gebieten 191.168 ha, verbleiben 205.876 ha reine Vogelschutzgebiete
4 Einige der ursprünglich an die EU gemeldeten 260 FFH-Gebiete wurden unter einer neuen FFH-Gebietsnummer und neuem FFH-Gebietsnamen 
   zusammengefasst. Somit kommt es zu einer Verringerung der Anzahl der FFH-Gebiete. Die FFH-Gebietsfläche ändert sich jedoch nicht.
Quelle: Bundesamt für Naturschutz (BfN), Januar 2014; LUBW Auswertungen September 2015

Natura 2000-Gebiete sind keine Totalreservate, die jegliche Nutzung ausschließen. Wirtschaftliche und soziale Nutzungen in den FFH- und Vogelschutzgebieten sind daher möglich, solange sie nicht die Vorkommen der zu schützenden Naturgüter erheblich beeinträchtigen.

Die Sicherung der Natura 2000-Gebiete obliegt in Deutschland den Bundesländern. In Baden-Württemberg werden Vogelschutzgebiete durch die gebietsspezifische Vogelschutzgebietsverordnung (VSG-VO) vom 5. Februar 2010 gesichert.

Weitere wesentliche Grundlage für die Sicherung von Natura 2000-Gebieten sind die Managementpläne (MaP). Im Rahmen dieser Fachpläne werden die Lebensraumtypen und Arten der FFH- bzw. Vogelschutzrichtlinie erfasst, bewertet und Erhaltungs- und Entwicklungsziele sowie die zugehörigen Maßnahmenempfehlungen erarbeitet, um sie langfristig zu sichern. Darüber hinaus gelten europaweit einheitliche Regelungen zum Umgang mit Planungen, Projekten und Eingriffen inner- und außerhalb eines Natura 2000-Gebietes. Falls diese ein Natura 2000-Gebiet in seinen Erhaltungszielen erheblich beeinträchtigen können, ist eine Verträglichkeitsprüfung vorzunehmen und ggf. müssen Verluste ausgeglichen oder kompensiert, Eingriffe beschränkt oder gänzlich unterlassen werden. Für die Umsetzung der Vorgaben und die Erreichung der Ziele der FFH- und Vogelschutzrichtlinie stehen verschiedene finanzielle Fördermöglichkeiten zur Verfügung.

Um den Erfolg der Umsetzung von Natura 2000 zu überprüfen und ein zielgerichtetes Management der Gebiete zu gewährleisten, müssen die EU-Mitgliedstaaten regelmäßige Bestandserhebungen (Monitoring) der Arten und Lebensräume durchführen. Des Weiteren legen sie der Europäischen Kommission alle 6 Jahre im Rahmen der Berichtspflicht den Zustand der FFH-Lebensraumtypen und -Arten sowie den Zustand der Vogelschutzgebiete und Vogelarten dar.

UDO
Informationen zu den einzelnen Natura 2000 Schutzgebieten finden Sie im Daten- und Kartendienst der LUBW.

 

Seitenanfang Seite drucken

Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz :