Erstellung der Managementpläne

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Erstellung der Managementpläne

 
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1. Vorbereitungsphase


In der Vorbereitungsphase werden von der LUBW und der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) Daten zu fachlich ausgewählten Arten der FFH-Richtlinie (Anhang II) und der Vogelschutzrichtlinie in den Natura 2000-Gebieten erhoben und der Erhaltungszustand bewertet. Darauf aufbauend wird die Ziel- und Maßnahmenplanung für die entsprechenden Arten durchgeführt. Die FVA und die Forstreferate des RP erarbeiten darüber hinaus die Planungsgrundlagen für die Wald- und einige Offenland-Lebensraumtypen. Dabei werden die LRT sowohl erfasst und bewertet, als auch die Schutzziele festgelegt und die entsprechenden Maßnahmen zur Erfüllung der Ziele geplant.
In der anschließenden Planerstellungsphase werden die erarbeiteten Ergebnisse dann mit den Ergebnissen der Offenlandbearbeitung zum MaP zusammengeführt.
                                                                             
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2. Planerstellung

Zu Beginn der etwa 15monatigen Planerstellungsphase werden die Betroffenen, die Eigentümer und Nutzer, über das Vorhaben informiert und zu einer Auftaktveranstaltung eingeladen. Dabei werden allgemeine Informationen über das Natura 2000-Gebiet und den MaP (Ziele, Verfahren, zeitlicher Ablauf) präsentiert. Weiterhin wird ein Beirat eingerichtet, der die unterschiedlichen Nutzer- und Interessengruppen vertritt.

Die Erarbeitung des gesamten MaP wird in der Regel an einen externen Planersteller vergeben. Dieser erhebt in dieser Phase Daten für alle noch nicht in der Vorbereitungsphase erfassten Arten und Lebensraumtypen. Die Erhebungen und Bewertungen der Schutzgüter erfolgen meist innerhalb einer Vegetationsperiode. Anschließend werden vom Planer unter Einarbeitung aller bereitgestellten und erhobenen Daten, Ziele und Maßnahmen für die LRT und Arten aufgestellt. Diese orientieren sich dabei an den Natura 2000-Schutzzielen für die Schutzgüter des jeweiligen Gebietes: 

  • die Sicherung des Status Quo und 
  • der Fortbestand oder die Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes.

Darauf aufbauend wird ein Entwurf der Ziel- und Maßnahmenplanung für das gesamte Natura 2000-Gebiet erarbeitet. Nach der Beratung im Beirat wird der MaP-Entwurf inklusive der Kartenentwürfe an zentralen Orten vier Wochen öffentlich ausgelegt und auf der LUBW-Internetseite zur Ansicht bereitgestellt.
                                                                         
Sie können innerhalb einer Frist von sechs Wochen ab Beginn der Planauslegung schriftliche Stellungnahmen zum MaP-Entwurf bei den zuständigen Regierungspräsidien abgeben (dabei bitte immer den Namen des MaP / PEPL angeben). Die eingegangenen Stellungnahmen werden nach fachlicher Prüfung bei der weiteren Bearbeitung der Pläne berücksichtigt.

Die Information und Einbeziehung der Betroffenen findet zudem in Form von Bürgersprechstunden, ggf. Gesprächen mit Bewirtschaftern etc. sowie Informationsmaterial (Faltblätter) statt.

Ergeben sich nach der Auswertung der Stellungnahmen oder bei Diskussionen im Beirat notwendige Änderungen am MaP-Entwurf, so werden diese nach Abstimmung mit dem RP eingearbeitet. Die Endfassung des MaP wird anschließend öffentlich bekannt gemacht und zur Einsichtnahme ausgelegt bzw. auf den Internetseiten der LUBW eingestellt.

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3. Umsetzungsphase

Die Gesamtverantwortung für die Umsetzung der im MaP geplanten Maßnahmen liegt bei der Unteren Naturschutzbehörde bzw. bei fachlich komplexen Maßnahmen beim Referat Naturschutz und Landschaftspflege des RP. Dabei erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit ggf. weiteren betroffenen Unteren Verwaltungsbehörden (Untere Landwirtschaftsbehörde, Untere Forstbehörde u. a.) und mit den Grundeigentümern bzw. Landnutzern. Die Anforderungen werden dabei mit Hilfe verschiedener Förderinstrumente umgesetzt, z.B.:

  • Offenland: Marktentlastungs- und Kulturlandschaftsausgleich (MEKA), Landschaftspflegerichtlinie (LPR)
  • Privatwald: Projektförderung bzw. des Vertragsnaturschutzes (Richtlinie Nachhaltige Waldwirtschaft und Umweltzulage Wald).

Weiterhin können Landnutzer geplante Entwicklungsmaßnahmen für Gebiete in eine Datenbank eingeben, das sogenannte Ökokonto. Die aufgewerteten Flächen stehen dadurch für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen (siehe Verträglichkeitsprüfung) zur Verfügung und können vom Eigentümer auf verschiedene Weise veräußert werden. Geeignete Maßnahmen können dabei auch außerhalb der Natura 2000-Gebiete umgesetzt werden, wenn sie sich positiv auf den Erhaltungszustand der Schutzobjekte im Gebiet auswirken.


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