Allgäuisch-Oberschwäbisches Hügel- und Moorland

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Allgäuisch-Oberschwäbisches Hügel- und Moorland

 
Kartenausschnitt dieser Gebietskulisse
Gebietsgröße: 83.200 ha

Biotoptypen
davon
Siedlung 3%
Ackerbau 6%
Wein- und Obstplantage 2%
Streuobst < 1%
Grünland 52%
Nadelwald 18%
Windwurf < 1%
Laubwald 5%
Mischwald 12%
Wasserfläche 1%
Feuchtflächen 1%
Sonstiges < 1%
sonstige Biotoptypen: Kiesgruben, Tobel, Toteislöcher

Landschaftsräume

Voralpines Hügel- und Moorland (1) Donau-Iller-Lech-Platten (2)

Berührte Kreise

Ravensburg, Sigmaringen, Bodenseekreis (Regierungsbezirk Tübingen)

Großflächige Naturschutzziele

  • Sicherung aller Moore und Extensivierung ihrer Wassereinzugsgebiete
  • Sicherung und naturnahe Entwicklung der wichtigsten Stillgewässer und Riede sowie Extensivierung ihrer Wassereinzugsgebiete
  • Extensivierung und Erhaltung des Feuchtgrünlands (Streuwiesen, Talwiesen)
  • Erhaltung und naturnahe Entwicklung repräsentativer Waldbestände

Weitere Naturschutzziele

  • Schonende Behandlung und naturnahe Entwicklung der Fließgewässer und ihrer Uferbereiche und Taleinhänge
  • Erhaltung der glazialmorphologischen Formen (Toteislöcher, Drumlins, Rundhöcker)
  • Erhalt der kulturhistorisch bedeutsamen Weiheranlagen
  • Erhaltung des Landschaftsbilds und Erholungsvorsorge
  • Grundwasser- und Bodenschutz

Das Gebiet ist insbesondere aufgrund der z.T. gut erhaltenen Moorkomplexe typisch / einmalig für Baden-Württemberg und das Bundesgebiet.

Kurzbeschreibung

Das Gebiet umfaßt zum größten Teil Bereiche des Jungmoränenlandes, einer durch die letzte Eiszeit (Würm) geprägten, formenreichen und bewegten Landschaft. Wichtige Elemente dieser Landschaft sind meist bewaldete Moränenwälle und -kuppen, Drumlins, Verebnungen sowie zahlreiche abflußlose Wannen mit Seen, Mooren und Feuchtwiesen. Im Bereich des Wurzacher Beckens umfaßt das Gebiet auch Teile des rißeiszeitlich geprägten Altmoränenlandes.

Die vorherrschende Landnutzung ist die Grünlandwirtschaft, teilweise wird noch die traditionelle Streuwiesennutzung praktiziert.

Innerhalb des Gebietes befinden sich die bedeutendsten Moore Süddeutschlands, darunter Hochmoore, Zwischenmoore und Niedermoore mit einer hochspezialisierten und an die jeweiligen Moortypen angepaßten Flora und Fauna. Während die Hochmoore vom Menschen nur wenig beeinflußte Naturlandschaften darstellen, verdanken große Bereiche u. a. der Niedermoore ihre ökologische Wertigkeit sowie ihren Artenreichtum dem extensiv wirtschaftenden Menschen (z. B. Streuwiesen). Besonders hervorzuheben ist die teilweise beträchtliche Flächenausdehnung, die Vielfalt an unterschiedlichen Moortypen sowie der gute, zum Teil sogar sehr gute Erhaltungszustand dieser Moorkomplexe. Das Wurzacher Ried umfaßt den größten intakten Hochmoorschild Mitteleuropas und wurde 1989 mit dem Europa-Diplom ausgezeichnet. Das Pfrunger Ried südlich von Ostrach gilt als zweitgrößtes Moor Südwestdeutschlands und umfaßt neben den unterschiedlichen Moorbiotopen auch große zusammenhängende Feuchtgrünlandbereiche.

Zu den natürlichen Seen (Toteislöcher, Gletscherseen) kommen zahlreiche, vom Menschen geschaffene Kleingewässer mit einer an den Bewirtschaftungsrhythmus angepaßten Flora und Fauna, die im oberschwäbischen Sprachgebrauch Weiher genannt werden, hinzu. Zahlreiche dieser Weiher befinden sich innerhalb des Altdorfer Waldes, einem großen zusammenhängenden Mischwald nordöstlich von Ravensburg. Westlich des Schussentales liegt die Blitzenreuter Seenplatte, eine ausgedehnte Seen-, Weiher- und Moorlandschaft.

Innerhalb des abgegrenzten Gebietes befindet sich auch das relativ junge Tal der Argen, das sich in der reich bewegten Drumlinlandschaft ausgebildet hat. Die nacheiszeitlich erfolgte Taleinkerbung läßt häufig die tertiäre Molasseschicht erkennen, die im Bereich der "Oberen Argen" größtenteils die Grundwasserströme birgt. Hangquellmoore sind an den Austrittstellen heute noch zu finden. Die steilen Taleinhänge werden größtenteils von Wald bedeckt: Laubmischwald, Schluchtwald, Galeriewald entlang des Flusses und Auwaldfragmente, gelegentlich auch Fichtenmonokulturen bilden das Mosaik des hier größtenteils als Bodenschutzwald eingestuften Hangwaldes.

Ortschaften/Streusiedlungen

  • Anzahl der Ortschaften: ca. 30
  • Anzahl der Streusiedlungen: hunderte

Vorhandene wesentliche Störungen

  • Intensive landwirtschaftliche Nutzung der an Gewässer und Moore angrenzenden Gebiete
  • Alte, bestehende Drainageeinrichtungen
  • A 96
  • B 465 durch das Wurzacher Ried
  • B 30 (geplant) im Bereich Schussental/Altdorfer Wald
  • Freizeitnutzung an Weihern und Seen
  • Paddeln an der Argen

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