Südwestalb - Großer Heuberg - Oberes Donautal

Autorenumgebung laden ... 

Südwestalb - Großer Heuberg - Oberes Donautal

 
Kartenausschnitt dieser Gebietskulisse
Gebietsgröße: 57.900 ha

Biotoptypen
davon
Siedlung 3%
Ackerbau 4%
Wein- und Obstplantage < 1%
Streuobst < 1%
Grünland 36%
Nadelwald 15%
Windwurf < 1%
Laubwald 16%
Mischwald 25%
Wasserfläche < 1%
Feuchtflächen < 1%
Sonstiges < 1%
sonstige Biotoptypen: Hecken, Feldgehölze, Felswände, Felsköpfe, Blockhalden, Mergelhalden, Steinriegel, Kies- und Schotterflächen, Steinbrüche, Dolinen, Höhlen

Landschaftsräume

Südwestalb (3)

Berührte Kreise

Sigmaringen, Zollernalbkreis, Tuttlingen (Regierungsbezirke Tübingen und Freiburg)

Großflächige Naturschutzziele

  • Großflächiger Schutz repräsentativer Waldbestände unter besonderer Berücksichtigung der Hangwälder am Albtrauf und an den Talhängen sowie naturnahe und natürliche Entwicklung dieser Wälder
  • Erhaltung des Landschaftsbildes und Förderung von extensivem Grünland und von Hecken und Gehölzen

Weitere Naturschutzziele

  • Erhaltung der primären Xerotherm- und Felskomplexe (Felsbereiche mit Höhlen, Blockhalden und Mergelhalden, Dolinen) unter Einbeziehung entsprechender trockenwarmer Kulturbiotope (Trockenrasen, Magerrasen, Steinriegel) als vernetzende Trittsteinbiotope
  • Erhaltung von Magerrasen und Wacholderheiden sowie Holzwiesen
  • Erhaltung und schonende Behandlung, wo möglich natürliche Entwicklung der Fließgewässer (Rückbau der Stauhaltungen) mit ihren Uferbereichen und der kleineren Stillgewässer sowie Erhaltung und Extensivierung der Talwiesen und Riede
  • Erhaltung von dealpinen Reliktstandorten (z. B. Lemberg, Klippeneck)
  • Erhaltung von Mergelrutschhalden

Das Gebiet kann aufgrund der dealpinen Reliktarten und dem Durchbruchstal der Donau (geologische Besonderheit, Landschaftsbild) als typisch / einmalig für Baden-Württemberg bezeichnet werden.

Kurzbeschreibung

Das Gebiet umfaßt das Durchbruchstal der Donau, mehrere tief eingeschnittene Seitentäler, die Landschaft des Großen Heubergs und Teile des Albtraufs. Das bis zu 200 m tief in den Jurafels eingegrabene Flußbett der Oberen Donau mit seinen steil aufragenden Felswänden gehört zu den eindrucksvollsten Landschaften in Baden-Württemberg. Kennzeichnend für die Flora des Oberen Donautals ist v. a. im Bereich der Felsstandorte die Mischung von mitteleuropäischen Arten mit dealpinen, submediterranen und gemäßigt kontinentalen Arten mit einem hohen Anteil an Reliktarten der zwischen- und nacheiszeitlichen Flora ("Steppenheide"). Die Talhänge der Donau und Seitentäler sind zum größten Teil mit naturnahen, nur extensiv genutzten Laubwälderrn bestockt (u. a. südexponierte, wärmeliebende Eichenwälder, nordexponierte Schatthangwälder). Die vorherrschende Landnutzung der Talauen ist die Grünlandwirtschaft (teilweise Feuchtwiesen).

Südlich von Friedingen befinden sich wichtige Donauversickerungsstellen.

Der alpin getönten, wildromantischen Fels("Ur")landschaft des Oberen Donautals schließt sich im Norden die noch traditionell bewirtschaftete Kulturlandschaft des Großen Heubergs an. Auf dieser Albhochfläche (800 - 1 000 m Höhe) mit Jahresniederschlägen um 900 mm und einer Jahresmitteltemperatur von ca. 5,1° C finden sich noch ausgedehnte, extensiv genutzte Bergwiesen (überwiegend Einmähder), durchsetzt mit zahlreichen Hecken- und Gehölzstrukturen sowie Wacholderheiden und Magerrasen. Derzeit nimmt extensives Grünland (Magerwiesen, Wacholderheiden) mit geschätzten 25 % noch recht große Flächen ein; diese Flächen sind jedoch durch Aufforstung und natürliche Sukzession in hohem Maße bedroht.<

Der Albtrauf, den das abgegrenzte Gebiet im Bereich von Schömberg bis Albstadt umfaßt, ist größtenteils von Wald bedeckt: Hangbuchenwälder, Ahorn-Eschen-Schluchtwälder und Block-Fichten-Buchen-Tannen-Wald (am Plettenberg mit dem größten Eibenvorkommen in Baden-Württemberg).

Ortschaften/Streusiedlungen

  • Anzahl der Ortschaften: ca. 40
  • Anzahl der Streusiedlungen: ca. 20

Vorhandene wesentliche Störungen

  • Aufforstung, Intensivierung der Grünlandschaft (v.a. Großer Heuberg)
  • Großflächige Abbaugebiete (Plettenberg)
  • Beschädigung der Reliktstandorte an Felsen durch Gemsen und Kletterer
  • Intensive Freizeitnutzung (v.a. Oberes Donautal)
  • Intensive Landwirtschaft und Gartenbau (v. a. auf der Insel Reichenau und zwischen Duchtlingen und Hilzingen)
  • Straßenausbauplanungen (Oberes Donautal)

Seite drucken

Baden-Württemberg: