Kocher-, Jagst-, Taubertal und nordöstliches Bauland

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Kocher-, Jagst-, Taubertal und nordöstliches Bauland

 
Kartenausschnitt dieser Gebietskulisse
Gebietsgröße: 48.400 ha

Biotoptypen
davon
Siedlung 6%
Ackerbau 30%
Wein- und Obstplantage 3%
Streuobst 5%
Grünland 19%
Nadelwald 3%
Windwurf < 1%
Laubwald 19%
Mischwald 12%
Wasserfläche < 1%
Feuchtflächen 1%
Sonstiges 1%
sonstige Biotoptypen: Steinriegel, Klingen, Sandrasen

Landschaftsräume

Nordöstliche Gäuplatten (10)

Berührte Kreise

Hohenlohekreis, Schwäbisch Hall, Main-Tauber-Kreis, Neckar-Odenwald-Kreis (Regierungsbezirke Stuttgart und Karlsruhe)

Großflächige Naturschutzziele

  • Erhaltung der Tallandschaften von Kocher und Jagst sowie extensive Nutzung ihrer Kulturbiotope und natürliche/naturnahe Entwicklung der Weinbergsbrachen
  • Erhaltung und naturnahe Entwicklung repräsentativer Waldbestände (Buchenwälder, Eichen-Hainbuchenwälder, z. T. wärmeliebend)
  • Erhaltung und natürliche Entwicklung bzw. extensive Nutzung der Trockenstandorte im Bauland und Tauberland
  • Erhaltung und Förderung von Streuobst und extensiver Grünlandnutzung

Weitere Naturschutzziele

  • Erhaltung, Entwicklung und Wiederherstellung von Hecken und Feldgehölzen, insbesondere in intensiv ackerbaulich genutzten Bereichen
  • Natürliche/naturnahe Entwicklung von Fließgewässern mit ihren Uferbereichen und Extensivierung der Talauen (u.a. Kocher, Bühler)
  • Erhaltung von Stillgewässern (Weiher und Teiche) und Rieden
  • Erhaltung der Brutmöglichkeit gefährdeter Vogelarten (u.a. Eisvogel)
  • Boden- und Grundwasserschutz
  • Erhaltung des Landschaftsbilds und Erholungsvorsorge
  • Erhaltung wertvoller Teile beweideter Wacholderheiden und ehemaliger Weinberglagen als typische Landschaft des Baulandes

Die Täler (Kocher, Jagst) sind vor allem wegen ihres Landschaftsbildes typisch / einmalig für Baden-Württemberg; das Taubertal ist eines der trockensten und wärmsten Gebiete Baden-Württembergs und weist einen seltenen Reichtum an xerophilen Tier- und Pflanzenarten auf.

Kurzbeschreibung

Die Tallandschaften von Kocher, Jagst und Tauber sind tief in den Muschelkalk der nordöstlichen Gäuplatten eingeschnitten, und alle drei Flüsse zeigen eine ausgeprägte Mäanderbildung mit Prall- und Gleithängen.

Die Täler sind gekennzeichnet durch extensive Nutzung als Wiesen, Obstwiesen und Magerrasen. An den Hängen findet man naturnahe Laubwälder verschiedenster Ausprägung (z. B. Trockenwälder, Kleebwälder) und als Kennzeichen eines früher weit verbreiteten Weinbaus Steinriegel, die floristisch und faunistisch reichhaltig sind. Auf den Bergkuppen insbesondere im Bereich der Tauber kommen trockene Eichen-Hainbuchenwälder vor, in denen Tierarten mit speziellen Biotopansprüchen (mediterrane Faunenelemente wie Ödlandschrecken, Schmetterlingshafte) und wärmetolerante, trockenresistente Pflanzen wie der Diptam zu finden sind.

Die Steilufer von Kocher und Jagst bieten für Eisvögel gute Brutmöglichkeiten (Verbreitungs-schwerpunkt). Bei Untermünkheim/Haagen befindet sich einer der letzten Standorte der Schachbrettblume.

Das abgegrenzte Gebiet umfaßt außerdem Bereiche des Baulands und damit den östlichsten Teil - etwa 1.200 ha - des Naturparks Neckartal-Odenwald. In diesem Gebiet sind enthalten: repräsentative Waldbestände der wärmeliebenden Buchen- und Eichen-Hainbuchenwälder, Weinbergsbrachen, Sukzessionsbestände jeden Alters, teilweise beweidete Wacholderheiden, Trockenhänge und mäßig frische bis trockene Wälder, landwirtschaftliche Nutzflächen mit Ackerwildkräutern, eingestreute Obstwiesen und entlang der Waldränder extensives Grünland. In den Tallagen dominiert intensiv genutztes Grünland.

Ortschaften/Streusiedlungen

  • Anzahl der Ortschaften: ca. 55
  • Anzahl der Streusiedlungen: ca. 40

Vorhandene wesentliche Störungen

  • A 6 Kochertalbrücke bei Geislingen
  • A 81 (Taubertal)
  • B 19 (Jagsttal)
  • B 27 (Taubertal, Bauland)
  • B 290 (Taubertal)
  • Uferverbau (Kocher, Jagst)
  • Freizeitnutzung z.B. Bootsfahrten, Kanufahrten, Angeln und Baden
  • Truppenübungsplatz Külsheim (neben Störungen aber auch weite unbeeinträchtigte Bereiche)
  • Nadelholzaufforstungen (Schwarzkiefer, Douglasie)
  • Siedlungsentwicklung (Talauen, Hänge)
  • Steinbrüche

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