Nordschwarzwald

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Nordschwarzwald

 
Kartenausschnitt dieser Gebietskulisse
Gebietsgröße: 79.100 ha

Biotoptypen
davon
Siedlung 2%
Ackerbau < 1%
Wein- und Obstplantage 1%
Streuobst 2%
Grünland 9%
Nadelwald 52%
Windwurf 3%
Laubwald 10%
Mischwald 21%
Wasserfläche < 1%
Feuchtflächen < 1%
Sonstiges < 1%
sonstige Biotoptypen: Felswände, Kare, Blockhalden, Schluchten, Steinbrüche

Landschaftsräume

Nordschwarzwald

Berührte Kreise

Enzkreis, Calw, Rastatt, Freudenstadt, Ortenaukreis (Regierungsbezirke Karlsruhe und Freiburg)

Großflächige Naturschutzziele

  • Erhaltung und natürliche/naturnahe Entwicklung (incl. Schaffung von Totalreservaten an geeigneten Stellen) von repräsentativen Waldbeständen (Tannen-Mischwälder, Tannen-Buchenwälder, Buchenwälder)

Weitere Naturschutzziele

  • Sicherung und natürliche Entwicklung (incl. Schaffung von Totalreservate) der Moore und Moorwälder
  • Erhaltung von Magerrasen und Bergwiesen
  • Sicherung der Kare, Felsen und Blockhalden und natürliche/naturnahe Entwicklung ihrer typischen Vegetation
  • Sicherung und Erhaltung der wichtigsten Bereiche mit Grindenvegetation und natürliche Entwicklung der in Sukzession befindlichen Bereiche
  • Natürliche/naturnahe Entwicklung der Fließgewässer (einschließlich Quellen) und ihrer Uferbereiche sowie extensive Nutzung der Wiesen in den Tallagen
  • Schutz und Erhaltung von Lebensräumen für zahlreiche schutzwürdige Tiere und Pflanzen (Auerhahn, Sperlingkauz, Zippammer, Wanderfalke, Sumpfbärlapp, Alpendost, u. a.)
  • Erhaltung kulturhistorisch wertvoller Landschaftsbilder wie die der Heustadelwiesen

Das Gebiet ist typisch / einmalig für Baden-Württemberg aufgrund seines hohen Waldflächenanteils, den zahlreichen Karseen und weil es die höchsten Erhebungen des Nordschwarzwaldes umfaßt. Außerdem handelt es sich um eine einzigartige Grinden- und Hochmoorlandschaft.

Kurzbeschreibung

Das östlich der Murg gelegene Teilgebiet umfaßt den Buntsandstein-Schwarzwald zwischen Murg im Westen und Großer Enz im Osten. Es ist mit Ausnahme der Talauen der großen Flüsse fast durchgehend bewaldet und weist trotz großer Fichten- und Kiefernbestände noch einen erheblichen Anteil naturnaher Buchen-Tannenwald-Reste auf. Die steilen Talhänge sind teilweise durch verlandete Kare und durch flächig ausgedehnte Blockhalden geprägt. Auf der Buntsandsteinhochfläche zwischen den Haupttälern sind - v.a. durch hohe Niederschläge bedingt - ausgedehnte Hochmoore entstanden, die noch offenen Kolkseen aufweisen (Wildsee, Hohlohsee) und zu den besterhaltensten Hochmooren Südwestdeutschlands zählen. Im Nordosten des Gebietes befinden sich die sogenannten Enzmissen, meist durch menschliche Eingriffe entstandene Vermoorungen unter Wald. An den dicht bewaldeten Steilhängen des Murgtals haben sich im Grundgebirgssockel durch Erosionsvorgänge zahlreiche offene Felsformationen gebildet, die zusammen mit lichten Gehölzgruppen (Eiche, Birke, Esche) wichtige Lebensräume für spezialisierte Insekten und für Felsenbrüter bilden und darüber hinaus das Landschaftsbild entscheidend prägen. Die Bach- und Talauen der Gewässer sind meist noch sehr naturnah und weisen eine ökologisch hochwertige Ufer- und Saumvegetation auf, die Lebensraum für eine große Anzahl gefährdeter Arten ist. Auch für das Teilgebiet westlich der Murg ist der hohe Waldanteil charakteristisch. In den höheren Lagen auf Buntsandstein dominieren Fichtenwälder, die in den tieferen Lagen in Fichten-Tannen-Buchen(-Bergahorn)-Mischwälder übergehen. Das Gebiet umfaßt wesentliche Teile des stellenweise über 1000 m ü. NN herausragenden Buntsandsteinrückens zwischen dem Steilabfall zur Oberrheinebene im Westen und dem Murgtal im Osten (Hornisgrunde 1164 m, Schliffkopf 1055 m, Ochsenkopf 1054 m, Bettelsmannskopf 1025 m, Mehliskopf 1009 m). Landschaftlich und ökologisch sehr bedeutsam sind die Grinden auf dem Buntsandsteinrücken und die teilweise noch verlandende Seen aufweisenden Kare (Mummelsee, Buhlbachsee, Wilder See, Schmursee, Blindsee bei Hundsbach) auf dem Ostabhang. Ökologisch hochwertig sind auch die zahlreichen Felsbildungen im Grundgebirgssockel (z.T. Felstürme mit ausgeprägter Wollsackverwitterung) gegen den Oberrheingraben hin.

Ortschaften/Streusiedlungen

  • Anzahl der Ortschaften: ca. 10
  • Anzahl der Streusiedlungen: ca. 50

Vorhandene wesentliche Störungen

  • B 500 (Touristenstraße: Schwarzwald-Hochstraße)
  • Überangebot an Parkplätzen auf dem Kaltenbronn und an der B 500
  • Übermäßiger Waldwegebau
  • Aufforstungen der Wiesentäler
  • Negative Auswirkungen des Massentourismus auf Pflanzen- und Tierwelt, vor allem im Bereich der Grinden, in den Hochmooren und an den Karseen
  • Stellenweise reine Fichtenbestände
  • Nährstoffeintrag in die Hochmoore

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