Nordbadische Rheinniederung

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Nordbadische Rheinniederung

 
Kartenausschnitt dieser Gebietskulisse
Gebietsgröße: 27.100 ha

Biotoptypen
davon
Siedlung 11%
Ackerbau 30%
Wein- und Obstplantage 2%
Streuobst 4%
Grünland 16%
Nadelwald 3%
Windwurf < 1%
Laubwald 20%
Mischwald 4%
Wasserfläche 9%
Feuchtflächen < 1%
Sonstiges 1%
sonstige Biotoptypen: Sand- und Kiesgruben

Landschaftsräume

Nördliche Oberrhein-Niederung (21)

Berührte Kreise

Rastatt, Karlsruhe (Stadt- und Landkreis), Rhein-Neckar-Kreis, (Stadtkreis Mannheim)  (Regierungsbezirk Karlsruhe)

Großflächige Naturschutzziele

  • Erhaltung und natürliche/naturnahe Entwicklung der Überflutungsaue des Rheins mit ihrer typischen Vegetation unter Berücksichtigung der wichtigsten Vogelrastplätze und Auenrenaturierung in Teilbereichen (rheinseits Tulla-Damm) der Altaue
  • Erhaltung und natürliche/naturnahe Entwicklung repräsentativer Waldbestände (Eichen-Hainbuchwälder, Bruch- und Sumpfwälder, Traubenkirschen-Erlen-Eschenwälder) der Rheinniederung (landseits Tulla-Damm)

Weitere Naturschutzziele

  • Natürliche/naturnahe Entwicklung von Bächen und Gräben mit ihren Uferbereichen
  • Natürliche/naturnahe Entwicklung der Baggerseen und ihrer Uferbereiche
  • Erhaltung und Wiederherstellung von Grünland in Teilen der Rheinniederung
  • Erhaltung, Förderung bzw. Restaurierung des auetypischen Landschaftsbildes am Rhein
  • Grundwasserschutz

Das Gebiet ist typisch / einmalig für Baden-Württemberg (und auch für das Bundesgebiet) weil es den letzten unregulierten Alpenrandsee mit großflächigen Flachwasserzonen umfasst, die ein wichtiges Vogelrast- und Überwinterungsgebiet darstellen; einzigartig sind auch der glaziale Formenschatz im westlichen Bodenseegebiet (Drumlin-Landschaft) und die aus Basalten und Phonoliten aufgebauten Vulkankegel im Hegau.

Kurzbeschreibung


Der abgegrenzte Bereich umfasst sowohl die letzten Strecken rezenter Überflutungsaue des Rheines in Baden-Württemberg wie auch die durch den Oberrheinausbau seit Tulla sukzessive der natürlichen Überflutungsdynamik entzogenen Teile der Aue mit den in der Folgezeit entstandenen Ersatzbiotopen. Die ehemalige Morphodynamik des Rheins hat ein vielfältiges Standortmosaik geschaffen, so dass sich ein ebenso vielfältiges Biotop- und Artenspektrum entwickeln konnte. Das Biotopspektrum reicht von offenen Wasserflächen, Wasserpflanzengesellschaften, Verlandungsbereichen mit Röhrichten und Seggengesellschaften, Weich- und Hartholzauwälern über die Eichen-Hainbuchenwälder und Sumpfwälder der Randsenke bis hin zu Grünland- und Wiesengesellschaften unterschiedlicher Feuchtestufen.
Die Rheinaue zählt zu den artenreichsten Ökosystemen Mitteleuropas. Sie bietet stellenweise noch Arten Lebensräume, die aufgrund des Rückgangs natürlicher Fluß- und Stromauen in Mitteleuropa äußerst selten geworden sind (z.B. Wasserfarn, Wassernuß, Flußregenpfeifer). Große Bedeutung weist die Rheinniederung für die Vogelwelt auf, und zwar sowohl für eine Vielzahl heimischer Brutvögel wie auch als international bedeutsames Rast- und Überwinterungsgebiet für Wat- und Wasservögel.
Das abgegrenzte Gebiet umfasst sowohl Teile der ursprünglichen Furkationszone des Oberrheins (zwischen Iffezheim und Karlsruhe) wie auch die Mäanderzone mit ihren ausgeprägten, durch die Rheinkorrektur jedoch abgeschnittenen Stromschlingen (z.B. Rußheimer Altrhein, Ketscher Altrhein) nördlich von Karlsruhe.

Ortschaften/Streusiedlungen

  • Anzahl der Ortschaften: 10
  • Anzahl der Streusiedlungen: einzelne

Vorhandene wesentliche Störungen

  • Intensive Land- und Forstwirtschaft
  • Autobahn Hockenheim - Speyer
  • Neubaustrecke der Deutschen Bundesbahn
  • Wasserbau
  • Kiesabbau und seine Folgenutzungen
  • Siedlungs- und Erholungsdruck der Ballungsräume Karlsruhe und Mannheim

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