Was ist beim Umgang mit Gefahr­stoffen zu beachten?

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Was ist beim Umgang mit Gefahr­stoffen zu beachten?

 
Die Gefahrstoffverordnung ist derzeit noch die wichtigste Vorschrift für das Inverkehrbringen von gefährlichen Arbeitsstoffen bzw. Zubereitungen/Gemische und den Umgang mit ihnen. Spätestens seit Dezember 2010 (Übergangsfrist für Stoffe) bzw. ab Juni 2015 (für Gemische) gelten europaweit die Regelungen des Global Harmonised Systems (GHS) zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien und deren Gemischen.

Anforderungen an Verpackungen gefährlicher Stoffe und Zubereitungen sind auch im Gefahrgutrecht bzw. den verkehrsrechtlichen Vorschriften vorgegeben. Die Verpackungen müssen danach so beschaffen sein, dass vom Inhalt nichts ungewollt nach außen gelangen kann. Sie müssen den zu erwartenden Beanspruchungen sicher standhalten. Ihre Werkstoffe dürfen von dem Stoff oder der Zubereitung nicht angegriffen werden oder gefährliche Verbindungen mit dem Inhalt eingehen.

Gefährliche Stoffe und Zubereitungen/Gemische dürfen nicht in Behälter verpackt oder abgefüllt werden, durch deren Form oder Beschriftung der Inhalt mit Lebensmitteln verwechselt werden kann.

Durch die Kennzeichnung von Gefahrstoffen werden Personen, die mit ihnen umgehen, zum einen auf mögliche Gefahren und Gesundheitsrisiken und zum anderen auf Vorkehrungs- und Schutzmaßnahmen hingewiesen.

Auf der Verpackung gefährlicher Stoffe und gefährlicher Zubereitungen/Gemische müssen als Kennzeichnung (Abbildung) u. a. angegeben sein:
  • die chemische Bezeichnung des Stoffes; Handelsname oder Bezeichnung der Zubereitung
  • Gefahrensymbole mit den zugehörigen Gefahrenbezeichnungen (Beispiel alt/neu)
altes Symbol                      neues Symbol
      derzeitiges Symbol                              Symbol nach GHS
  • Hinweise auf besondere Gefahren (bisher R-Sätze, zukünfitg H-Sätze) und die Sicherheitsratschläge (bisher S-Sätze, zukünftig P-Sätze)
  • Name und die Anschrift dessen, der den Stoff oder die Zubereitung hergestellt oder eingeführt hat oder erneut in den Verkehr bringt.


Die Kennzeichnung muss in deutscher Sprache abgefasst sein und haltbar angebracht werden. Für bestimmte Stoffe (z.B. Asbest) ist eine zusätzliche Kennzeichnung notwendig.

Hersteller, Einführer oder Inverkehrbringer gefährliche Stoffe oder Zubereitungen sind weiterhin verpflichtet, spätestens bei der ersten Lieferung dem Abnehmer ein in deutscher Sprache abgefasstes Sicherheitsdatenblatt mitzuliefern - unaufgefordert und kostenlos. Ausnahmen von der Lieferpflicht des Sicherheitsdatenblatts gelten für die private Abnahme von Gefahrstoffen und für Schädlingsbekämpfungsmittel.

Ist das Auftreten gefährlicher Stoffe in der Luft am Arbeitsplatz nicht sicher auszuschließen, muss nach Gefahrstoffverordnung im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung ermittelt werden, ob eine Gefährdung für die Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten vorliegt. Gegebenenfalls sind Maßnahmen zur Minderung durchzuführen.

Das Arbeitsverfahren ist so zu gestalten, dass keine gefährlichen Gase, Dämpfe oder Stäube frei werden, soweit es nach dem Stand der Technik möglich ist. Ist dies nicht möglich, sind die Gefahrstoffe an der Austritts- oder Entstehungsstelle vollständig zu erfassen und anschließend ohne Gefahr für Mensch und Umwelt zu beseitigen. Ist eine derartige Erfassung nicht möglich, sind nach dem Stand der Technik Lüftungsmaßnahmen durchzuführen.

Wenn Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW) oder der Biologische Grenzwert (BGW) trotz technischer Maßnahmen überschritten werden, ist persönliche Schutzausrüstung vorgeschrieben.

Betriebe müssen ein Verzeichnis aller verwendeten Gefahrstoffe führen. Darüber hinaus sind Betriebsanweisungen mit Informationen zu am Arbeitsplatz freigesetzten Gefahrstoffen, den damit verbundenen Gefahren sowie den erforderlichen Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln zu erstellen. Die Betriebsanweisung ist in verständlicher Form und in der Sprache der Beschäftigten zu verfassen und an geeigneter Stelle in der Arbeitsstätte bekannt zu machen.

Im Rahmen einer Unterweisung müssen die betroffenen Arbeitnehmer anhand der Betriebsanweisung über die Gefahren sowie über die Schutzmaßnahmen unterwiesen werden. Arbeitnehmerinnen sind zusätzlich über mögliche Gefahren für werdende Mütter sowie über Beschäftigungsbeschränkungen zu informieren.

Der Arbeitgeber hat für eine angemessene arbeitsmedizinische Vorsorge zu sorgen. Sie umfasst die zur Verhütung arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren erforderlichen arbeitsmedizinischen Maßnahmen. Speziellen arbeits-medizinische Vorsorgeuntersuchungen sind in bestimmten Fällen vom Arbeitgeber zu veranlassen oder anzubieten (Pflicht- bzw. Angebotsuntersuchungen).
 

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